Fit durch Wissen

Krankheitsbilder

In unserer Praxis nimmt die Beratung einen wesentlichen Raum ein. Wir nehmen uns immer gerne Zeit, Ihnen wichtige Zusammenhänge von Erkrankungen zu erläutern und das Verständnis für therapeutische Ansätze zu vertiefen. Im folgenden haben wir für Sie einige Krankheitsbilder aufgeführt, die in den Grundzügen beschrieben werden sollen.

Altersschwerhörigkeit

Ursachen. Im Alter kommt es zur Degeneration von Sinnes- und Nervenzellen in Innenohr, am Hörnerven und in den Arealen des Gehirns, die akustische Signale verarbeiten.

Symptome. Typisch sind eine langsam zunehmende, meist beidseitige und symmetrische Hörverschlechterung, zunächst in den höheren Frequenzen, später auch im Mittel- und Tieftonbereich, ein vor allem in einer geräuschvollen Umgebung eingeschränktes Wortverständnis und eine verstärkte Geräuschempfindlichkeit.

Diagnostik. Essentiell sind neben der Ohrmikroskopie die Hörprüfungen.

Therapie. Das ursprüngliche Hörvermögen lässt sich leider nicht wiederherstellen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, mit unterschiedlichen Hörgeräten und ggf. weiteren Hilfsmitteln (beispielsweise Telefonlautsprecher-Verstärkern oder optischen Signal-Hilfsmitteln) den Hörverlust auszugleichen. 

Hörsturz

Ursache. Die Ursachen des Hörsturzes sind noch nicht eindeutig geklärt. Als mögliche Auslöser dieser Innenohrstörung werden unter anderem Infektionen, Autoimmunreaktionen oder Durchblutungsmangel durch Gefäßverschlüsse diskutiert.

Symptome. Es kommt dabei zu einer plötzlichen, meist intensiv erlebten Hörminderung bis sogar Ertaubung, oft mit Ohrgeräuschen und einem Druckgefühl im Ohr verbunden. Zumeist ist ein Ohr, selten sind beide Ohren betroffen.

Diagnose. Die Chance, dass ein Hörsturz von selbst und ohne Folgen ausheilt, ist zwar recht hoch. Da sich aber auch andere Erkrankungen dahinter verbergen oder bleibende Hörschäden einstellen können, ist es ratsam eine rasche Klärung einzuleiten. An die mikroskopische Untersuchung des Ohres schließen sich eingehende Hörprüfungen an. Bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie des Gehirns sowie Untersuchungen innerer Organfunktionen, etwa des Herzens, sowie des Blutdrucks können ebenfalls angezeigt sein. Blutuntersuchungen geben Aufschluss über eventuelle entzündliche Prozesse, Fett- oder Zuckerstoffwechselstörungen.

Therapie. Ratsam ist es häufig, eine medikamentöse Behandlung mit durchblutungsfördernden und abschwellenden Mitteln einzuleiten. Eventuell kann eine direkte Medikamenteneinbringung ins Mittelohr helfen. Sinnvoll ist ebenfalls, dass der Erkrankte zur Ruhe kommt.

Tinnitus

Ursachen. Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Tinnitus. Diese Ohrgeräusche sind keine eigenständige Krankheit, sondern Begleitsymptome einer Vielzahl von Krankheiten. Die Ursachen dieses Leidens können sehr unterschiedlich sein und sind in vielen Fällen nicht eindeutig auszumachen. Verengungen der großen hirnversorgenden Arterien, Gefäßmissbildungen, Hämangiome und weitere Tumoren des Mittelohres, Herzfehler, ein Hörsturz, ein akutes Lärmtrauma, chronische Lärmschwerhörigkeit, Otosklerose, Morbus Menière, chronische Mittelohrentzündungen, Akustikusneurinome, Medikamenteneinflüsse sowie funktionelle Störungen von Kiefergelenk oder Halswirbelsäule können Gründe für Ohrgeräusche darstellen.

 

Symptome. Das Ohrgeräusch kann als Piepen, Sausen, Zischen, Rauschen, Brummen oder Knacksen gehört werden. Es kann pulssynchron sein. Es kann in unterschiedlichen Frequenzen vorliegen. Tinnitus kann ein- oder beidseitig auftreten. Er kann verschwinden, wieder auftreten oder Dauerton sein.

Diagnose. Neben der eingehenden Untersuchung des Ohres sind beim HNO-Arzt die audiometrischen Messungen einschließlich der Tinnitusanalyse maßgebend. Weiterführende Untersuchungen stellen die Magnetresonanztomographie des Gehirns, der Ultraschall der Halsweichteile sowie Beurteilungen der Kopf- und Halsgelenke dar.

Therapie. Ein entscheidender Faktor bei der Behandlung von Ohrgeräuschen ist die vorliegende Zeitdauer seit Beginn der Symptome. Im Frühstadium kommen medikamentöse Behandlungen in Frage. Bei länger bestehenden Ohrgeräuschen sind Retraining Therapie, Neuromodulation, Akupunktur oder Chiro-Taping zu erwägen.

 

Vestibularschwindel

Ursachen. Schwindel ist einer der häufigsten Gründe für den Arztbesuch. Mehr als jeder zehnte Patient beim Hausarzt klagt über Schwindelgefühle. Dabei kann es sich auch um Erkrankungen des Innenohres und des Gleichgewichtsorgans (Vestibularschwindel) handeln.

Symptome. Die Symptome sind  sehr unterschiedlich. Viele haben das Gefühl, dass sich etwas in ihnen dreht oder dass die Umgebung um sie herum kreist (Drehschwindel). Häufig ist auch ein Schwanken beim Stehen (Schwankschwindel). Eine weitere Variante ist die Empfindung, nach unten oder oben gezogen zu werden, wie in einem Aufzug (Liftschwindel) oder auch nach vorne beziehungsweise zur Seite umzukippen (Fallneigung). Die Schwindelgefühle können in bestimmten Situationen anfallsartig einsetzen, etwa ein akuter Drehschwindel, oder dauerhaft bestehen.

Diagnose. Beim HNO-Arzt erfolgt die Abklärung von Schwindelursachen durch eine Gleichgewichtsprüfung mit thermischen und Bewegungsreizen. Daneben sind immer die Ohrmikroskopie und ein Ausschluss von gleichzeitig bestehenden Hörstörungen notwendig.

Therapie. Abhängig von der Schwindelursache ist bei Gleichgewichtserkrankungen ein Mobilisationstraining und ggf. begleitend eine medikamentöse Therapie indiziert.

 

Allergischer Schnupfen

Ursachen. Der allergische Schnupfen (Rhinitis allergica) ist eine allergische Erkrankung, die auf einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Eiweißstoffe beruht. Häufige Allergien sind die Unverträglichkeiten gegenüber Pflanzenpollen, Hausstaubmilben oder Pilzsporen. Oft entwickelt sich die Allergie bereits in der Kindheit oder im Jugendalter. Immer häufiger beobachtet man aber auch ein erstmaliges Auftreten im Erwachsenenalter.

Symptome. Im Rahmen der allergischen Rhinitis kann es unter anderem zu einer behinderten Nasenatmung, zu Niesattacken mit starker Nasensekretion, zu juckenden und tränenden Augen, zu Kratzen im Hals, zu Husten oder im fortgeschrittenen Stadium zu Bronchitis und Asthma bronchiale kommen.

Diagnose. Mithilfe eines Allergietests kann die Diagnose gesichert und die Schwere der Erkrankung einschätzt werden. Ein Allergietest besteht normalerweise aus einem Haut- und einem Labortest sowie ggf. einer Lungenfunktionsprüfung.

Therapie. Neben der Vermeidung der allergieauslösenden Stoffe sind medikamentöse Behandlungen und bei sehr schweren Fällen Hyposensibilisierungen angezeigt.

 

 Entzündung der Nasennebenhöhlen

 Ursache. Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume in den Schädelknochen, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind. Entzündet sich diese Schleimhaut, spricht man von einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Man unterscheidet die akute und die chronische Nasennebenhöhlenentzündung.

Die akute Nasennebenhöhlenentzündung wird oft durch einen viralen, seltener durch einen bakteriellen Infekt verursacht. Die Erkrankung beginnt meist mit einer Entzündung der Nasenhaupthöhle (Rhinitis). Da Nase und Nasennebenhöhlen über enge Gänge verbunden sind, breitet sich der Infekt leicht auf die benachbarten Hohlräume aus. Rhinitis und Sinusitis sind nicht immer klar zu trennen und werden deshalb auch als akute Rhinosinusitis zusammengefasst.

Hält die Entzündung beim Erwachsenen länger als zwei Monate an, ohne dass dazwischen symptomfreie Intervalle liegen, oder kommt es zu mehr als vier Krankheitsepisoden pro Jahr mit nach antibiotischer Vorbehandlung sichtbaren Veränderungen der Nasennebenhöhlen in der Computertomographie, so handelt es sich um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Neben anatomischen Gegebenheiten können (Pseudo-)Allergien, Autoimmunerkrankungen, Zilienerkrankungen oder Erkrankungen der Zähne zu einer chronischen Sinusitis führen.

Symptome. Typische Symptome der akuten Entzündung sind der Kopfschmerz, ein deutliches Druckgefühl, das sich beim Bücken verstärkt, eine behinderte Nasenatmung und ein beeinträchtigter Geruchssinn. Bei der chronischen Entzündung sind die Beschwerden meist etwas milder ausgeprägt.

Diagnostik. Die Diagnostik der Nasennebenhöhlenentzündung umfasst die endoskopische Untersuchung, bildgebende Verfahren wie Sonographie, Röntgen oder Computertomographie, Abstrichuntersuchungen sowie Allergietests. Bei speziellen Fragestellungen sind laborchemische Untersuchungen des Blutes nötig.

Therapie. Akute Entzündungen der Nasennebenhöhlen sind medikamentös und durch physikalische Maßnahmen zu behandeln. Bei der chronischen Entzündung sind die auslösenden Ursachen zu beseitigen. Dazu können die Behandlung der (Pseudo-)Allergie, eine Zahnsanierung oder eine Nasennebenhöhlenoperation indiziert sein.

 

Schnarchen und obstruktive Schlafapnoe

Ursachen. Schnarchen ist ein sehr häufiges Symptom. In den meisten Fällen ist es für die eigene Gesundheit ungefährlich, kann aber für den Partner enorm belastend sein. Schnarchen kann aber auch ein Anzeichen für Atemaussetzer (Schlafapnoe) sein. Die Schlafapnoe ist im Gegensatz zu dem so genannten einfachen oder primären Schnarchen gesundheitsschädlich. Deshalb sollte Schnarchen in jedem Fall abgeklärt werden. Dazu kann es kommen, wenn die oberen Atemwege stark verengt sind. Das behindert die Atmung und kann zu deren vollständigem Aussetzen für einige Sekunden führen. Männer leiden deutlich öfter unter den nächtlichen Atemstillständen, allen voran Übergewichtige.

Symptome. Schlafapnoe führt zu extremer Tagesschläfrigkeit und Konzentrationsproblemen. Außerdem erhöhen die nächtlichen Atemaussetzer das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Bluthochdruck und Potenzstörungen.

Diagnostik. Neben einer präzisen Untersuchung der anatomischen Verhältnisse in den oberen Atemwegen sind spezielle HNO-ärztliche Funktionstests nötig. Weiterführend sollte eine Polysomnographie durchgeführt werden.

Therapie. Die Behandlung muss ursachengerecht eingeleitet werden. Neben möglichen medikamentösen Behandlungen sind prothetische Maßnahmen und operative Therapien möglich. Grundlegend ist immer die Verbesserung der Schlafhygiene.

 

Anhaltender Paukenerguss, Rachen- und Gaumenmandelhyperplasie

Ursachen. Die Rachenmandel (im Volksmund „Polypen“) befindet sich im Nasenrachen. Sie ist Teil des Immunsystems. Häufig kommt es im Alter von 2-6 Jahren zu einer krankhaften Vergrößerung. Dies bereitet den kleinen Patienten oft erhebliche Probleme, weil die Vergrößerung die zum Nasenrachen hin gelegene Öffnung der Nasenhöhle und auch oft den eng daneben liegenden Eingang zum Mittelohr verschließt. Die Gaumenmandeln hingegen befinden sich im Mundrachen. Auch sie sind Teil des Immunsystems und vergrößern sich meist im frühen Schulkindalter.

Symptome. Die Folgen einer vergrößerten Rachenmandel sind nächtliches, z. T. von Atemaussetzern begleitetes Schnarchen, andauernde Infekte der oberen und unteren Atemwege (Dauerschnupfen, Bronchitis), Hörstörungen durch Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenerguss), wiederholte Mittelohrentzündungen und Sprechstörungen. Bei vergrößerten Gaumenmandeln können Atem- und Schluckstörungen auftreten.

Diagnostik. Die HNO-ärztliche Untersuchung der Ohren sowie der oberen Atem- und Speisewege bildet die Grundlage der Diagnosestellung. Notwendig sind darüber hinaus altersgerechte Hörprüfungen.

Therapie. Um chronische Komplikationen zu vermeiden und die hohe Infektanfälligkeit zu verringern, sollte man nach konservativen Therapieversuchen (z.B. mit Nasentropfen, Stärkungen des Immunsystems, Otobar) die Rachenmandel entfernen. Gelegentlich ist es notwendig auch die vergrößerten Gaumenmandeln zu verkleinern. Im gleichen Eingriff wird häufig ein Schnitt ins Trommelfell (Parazentese) gemacht und eventuell ein Paukenröhrchen eingelegt, um die Flüssigkeit im Mittelohr zu beseitigen.

 

Kehlkopfkrebs

Ursachen. Der Kehlkopf ist das Organ, welches Luft- und Speisewege trennt. Neben dem Atmen und Schlucken ist er notwendig, um die menschliche Stimme zu bilden. Insbesondere häufiger Alkohol- und Zigarettengenuss erhöhen das Risiko Kehlkopfkrebs zu bekommen. Die Gefahr an Kehlkopfkrebs zu erkranken nimmt stetig zu. Waren früher vor allem Männer betroffen, so erkranken heute zunehmend auch Frauen an Kehlkopfkrebs.

Symptome. Im Anfangsstadium verursacht Kehlkopfkrebs oft kaum Beschwerden und wird deswegen meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Je früher Kehlkopfkrebs bzw. seine Vorstufen behandelt werden, desto höher sind die Heilungschancen bzw. die Chance, dass der Krebs sich gar nicht erst entwickelt. Typische Anzeichen von Kehlkopfkrebs können Stimmveränderung und anhaltende Heiserkeit, Fremdkörpergefühl im Hals, Schluckbeschwerden und Gewichtsverlust sowie Atemnot sein. Auch das Auftreten von Lymphknotenvergrößerungen am Hals kann auf einen Kehlkopfkrebs zurückzuführen sein.

Diagnostik. Notwendig ist eine gezielte Untersuchung des Kehlkopfes mittels Endoskopie. Eventuell muss die endoskopische Untersuchung in Narkose durchgeführt werden, wobei auch Gewebeproben entnommen werden können. Weiterführend sind ggf. sonographische, computer- oder magnetresonanztomographische Untersuchungen notwendig.

Therapie. Die Therapie erfolgt stadiengerecht durch Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder eine Kombination dieser Behandlungen.

Fähigkeiten

Gepostet am

15. März 2013

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen die beste Websitenutzung zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden, - oder auf "Akzeptieren" klicken, - sind Sie einverstanden. Weitere Informationen rund um das Thema "Datenschutz" finden Sie HIER

Schließen